Füchse im Winter – hellwach und voll dabei 

Für Füchse geht es im Winter richtig rund. Im späten Dezember bis Ende Februar nämlich ist Paarungszeit. Die Rüden haben da allerhand vorzubereiten – eine Herzdame finden (Fähe), sich ihr im besten Licht präsentieren und sich Konkurrenz vom Leib halten. 

Das alles geht natürlich nicht im Schlaf und so schlafen sie denn auch nicht. Füchse halte keinen Winterschlaf. Wie aber kommen sie durch die kalte Jahreszeit? 

Füchse tragen Fell

… und das ist auch gut so. In den wärmeren Monaten des Jahres präsentieren sie sich im Sommerfell. Es ist recht dunkel, sodass die Tiere sich an die Farben der Vegetation anpassen. Als Jäger will man ja schließlich nicht gesehen werden. Das gilt auch für den Winter – zack, das Fell wird gräulich bis weiß. Und vor allem wird es viel, viel dicker als im Sommer. 

Der Schwanz -
Zudecke to go

Am dicksten wächst das Fell am Schwanz. Das ist super praktisch, denn so haben die Füchse immer eine warme Zudecke dabei. Außerhalb der Zeit, in der sie ihre Jungen großziehen, schlafen sie nämlich kaum mal in ihrem Bau. Vielmehr legen sie sich unter Bäumen oder Sträuchern an der frischen Luft zur Ruhe. Sie kringeln sich zusammen und legen den Schwanz als Decke um und über sich. 

Eiskalte Pfoten?

Und was ist jetzt mit den Pfoten? Die sind im direkten Kontakt mit dem eiskalten Boden und keineswegs von viel Fell geschützt, schon gar nicht von unten. Wie also läuft das? Die Natur hat sich da etwas ziemlich Geniales einfallen lassen. 

In den Pfoten nämlich liegen die Blutgefäße, die warmes Blut vom Herzen heranbringen (Arterien) direkt neben den Gefäßen, die das Blut wieder zum Herzen hinbringen (Venen). Kommt nun warmes Blut aus dem Herzen in die Pfoten, kühlt es zwar sofort ab, wird aber unmittelbar in die Venen gegeben, von wo es zum Aufwärmen wieder zurück geht. So geht das in einem fort, sodass die Pfoten zwar eiskalt sind, aber irgendwie doch nicht. So ein Wärmeaustausch ist ziemlich genial, aber keineswegs die Idee von Füchsen allein – auch andere Tiere wie Wölfe oder Pinguine nutzen dieses Prinzip. 

Herbstschmaus als fette Winterversicherung

Im Winter reduziert sich das Menü auf der Speisekarte deutlich. Daher fangen die Füchse schon im Herbst an, sich einen ordentlichen Speckmantel anzufuttern. Der bringt sie nicht nur durch nahrungsarme Zeiten, sondern hält sie auch zusätzlich warm. 

Der Mut der Verzweiflung

Wenn es unter dem Schnee gar zu schwierig wird, Beute zu machen, wagen sich Füchse näher an Dörfer und Siedlungen. Begehrtestes Ziel sind Hühnerställe. Das mögen weder die Hühner noch die Menschen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, den Fuchs wirklich fern zu halten. Ihm reicht schon ein Loch im Zaun von wenig mehr als 10 Zentimetern und schwupp, ist er, wo er sein möchte. Außerdem buddeln sich die Tiere gern an ihr Ziel – da ist schwer etwas anderes zu tun, als die Ställe sorgfältig verschlossen zu halten. 

Ein Rabatz da draußen!

Nicht selten hören wir Menschen in Winternächten ein raues Bellen von draußen. Gelegentlich geht man in Gedanken alle Dorfhunde durch, nein, der ist es nicht, dieser auch nicht … Bis man auf die Erklärung kommt. Wer da bellt, ist gar kein Hund, sondern ein Fuchs. Es klingt wirklich zum Verwechseln ähnlich. Anders, wenn es tatsächlich zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei paarungswilligen Herren kommt. Dann nämlich gleichen die Drohlaute eher einem zänkischen Geschrei; man nennt es auch Keckern. 

Nicht gesehen, doch erkannt: Fuchsspuren

Gerade im Schnee lassen sich Spuren gut lesen. Wirklich? Naja, man sieht zunächst mal, dass ein Tier da war, das ist schon richtig. Aber besonders Pulverschnee weht oft in die Spuren hinein und verwischt die typischen Merkmale. Trotzdem kann man Fuchsspuren recht gut erkennnen. 

Der Pfotenabdruck, auch Trittsiegel genannt, ist oval und die Spur im Schnee wirkt aufgeräumt – die Abdrücke sehen aus wie Perlen auf einer Schnur, eine hinter der anderen. Anders als bei Katzen sieht man bei Füchsen auch die Krallen – vorausgesetzt, der Schnee hat die Abdrücke nicht weggewischt. Die Schrittlänge kann man mit ungefähr 70 Zentimetern angeben. Dabei wird der Abstand zwischen ein- und derselben Pfote gemessen. Bei Katzen geht man von 30- 40 Zentimetern aus. Die Unterscheidung dürfte also gelingen. 

Manchmal hinterlässt der Fuchs auch seinen Kot, auch Losung genannt. Er ist schwarz, ziemlich trocken und stinkt, solange er nicht gefroren ist, recht heftig. Die Enden sind spitz und manchmal sieht man noch Reste von Insekten, Samen oder Fellhaaren. 

Was ist jetzt mit dem Kinderkriegen?

Haben nun Fähe und Rüde zusammengefunden und war dieses Zusammenfinden erfolgreich, ist die Fähe für gut 50 Tage mit drei bis sechs Welpen trächtig. Sie werden im März bis April geboren. Blind und mit grau-bräunlicher Färbung kommen sie zur Welt. Nach zwei Wochen öffnen sie die Augen, langsam beginnt sich das Fell rot zu färben. Sie wollen ja richtige Füchse sein! 

24 Tage lang werden sie gesäugt, dann bringen die Eltern und gelegentlich weitere Verwandte feste Nahrung an den Bau. Sie werden auch mit Spielzeug und weiteren Dingen verwöhnt, aber davon ein anderes Mal mehr. 

Christine Ilić 

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